Neue Trinkwasserverordnung

Neue Trinkwasserverordnung

 

Am 12. Oktober 2012 hat der Bundesrat die Zweite Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung beschlossen. Nach Bekanntmachung am 13.12.2012 im Bundesanzeiger trat die Trinkwasserverordnung 2012 am 14.12.2012 in Kraft. Die für das SHK-Handwerk wichtigen Punkte aus der Novellierung sind nachfolgend dargestellt.

 

  • Es wird eindeutig definiert, dass die Vermietung zur gewerblichen Tätigkeit im Sinne der TrinkwV gehört.


  • Die Definition der Großanlage (Trinkwassererwärmer größer 400 Liter oder mehr als 3 Liter in mindestens einer Leitung zwischen Abgang Trinkwassererwärmer und entferntester WW-Zapfstelle; gilt nicht für Ein- und Zweifamilienhäuser) wurde direkt in die Verordnung aufgenommen. Bisher existierte hier nur ein Verweis auf das technische Regelwerk.


  • Die Anzeigepflicht an das Gesundheitsamt für alle gewerblichen Großanlagen und für bestehende öffentliche Großanlagen entfällt.


  • Die Frist für die erste Untersuchung gewerblicher Großanlagen auf Legionellen wird auf den 31. Dezember 2013 verschoben. Bisher galt die Frist 31. Oktober 2012.


  • Künftig müssen gewerbliche Großanlagen alle drei Jahre auf Legionellen untersucht werden. Bisher galt ein Untersuchungsintervall von einem Jahr. Bei öffentlichen Großanlagen bleibt es bei einem jährlichen Untersuchungsintervall.


  • Es müssen nicht mehr alle Untersuchungsergebnisse (bisher auch die Ergebnisse unter dem technischen Maßnahmewert) an das Gesundheitsamt weitergemeldet werden. Ergenisse müssen nur noch gemeldet werden, wenn der technische Maßnahmewert (100 KBE/100 ml) überschritten wird.


  • Dem Betreiber von Großanlagen wird künftig bei Überschreiten des technischen Maßnahmewertes bei Legionellen (100 KBE/100 ml) eine größere Eigenverantwortung auferlegt. Er muss folgende Maßnahmen eigenständig veranlassen, ohne vom Gesundheitsamt dazu aufgefordert zu werden. Das Nichtbefolgen jedes der folgenden Punkte durch den Betreiber wird künftig als Ordnungswidrigkeit gelten:

  -  Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen

     (Ortsbesichtigung) Einhaltung der allgemein anerkannten Regel

     der Technik (aaRdT))

  -  Gefährdungsanalyse erstellen (lassen)

  -  Maßnahmen nach aaRdT zum Schutz der Gesundheit treffen

  -  Aufzeichnungen über Untersuchung, Gefährdungsanalyse und

     Maßnahmen erstellen

  -  Über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und sich daraus

     möglicherweise ergebende Einschränkungen die Verbraucher

     informieren

 

  • Als Ordnungswidrigkeit gilt außerdem:

  -  wenn eine Anlage nicht nach den aaRdT geplant, gebaut, betrieben

     wird.

  -  wenn Werkstoffe, Materialien verwendet werden, die Wasser negativ

     beeinflussen, das bedeutet, die Werkstoffe und Materialien entsprechen

     nicht den aaRdT. Adressat: Hausbesitzer